Illuminate the Mainstream

Wie k?nnen Menschen ihr halbes Leben mit B?chern und Gedichten verbringen und trotzdem so furchtbar kalt sein?
"Das ist ein Jambus, das ist ein Enjambement und das ist ein Kreuzreim."

Wie schwer ist es sich das Spiel nicht verderben zu lassen? In einer Welt von Realisten den Kopf verwirrt zu halten? Wenn man all die Liebe aus Sachen herauszutrennen versucht, die in ihnen steckt, dann sind die Dinge es nicht mehr wert ?berhaupt betrachtet zu werden.

Es wird diese Menschen wohl immer geben. Aber sie k?mpfen gegen Windm?hlen. Durch eine Welt von Tr?umen versuchen sie mit Me?ger?ten zu gehen, phantasievollen Gedanken versuchen sie mit Logik zu begegnen. Aber sie leben in der falschen Welt, nicht wir. Sie versuchen eine Welt mit den falschen Mitteln zu verstehen, sie versuchen im Wasser zu ?berleben, obwohl sie nichtmal schwimmen k?nnen.

Die Geschichten, die B?cher, die Gedichte, die Musik, die Bilder, sie werden sich auch nach der hundertsten Analyse ihren Zauber nicht nehmen lassen, au?er sie haben nie einen besessen.

30.5.05 21:45
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


MissCadaver / Website (9.5.05 21:59)
Sehr schön geschrieben.
Ich sehe es jeden Tag im Deutschunterricht, wie wir mit rauchenden Köpfen über wunderschönen Gedichten sitzen und sie durch die Analyse einfach ... kaputt machen [müssen].
Ich verstehe auch nicht, warum man das machen muss. Das Geschriebene verstehe ich mit meinem Herzen, nicht durch eine Analyse, bei der man jeden Vers auseinanderreißt wie ein Blatt Papier.


sternschwester / Website (10.5.05 16:59)
Naja, das ist eben die Wissenschaft.
Klar ist es frustrierend und abschreckend, was einem da an Fachbegriffen um die Ohren geworfen wird. Aber ich halte es trotzdem für wichtig, dass man auch objektiv an die Literatur herangeht, damit sie einfach nicht zu beliebig wird.
Außerdem kann so eine formale Analyse, wenn man sich erst einmal durch den Dschungel von Jamben und Trochäen durchgekämpft hat, auch wirklich interessante Tatsachen ans Licht holen. Eine theoretische Hernagehensweise heißt ja nicht, dass man das Subjektive komplett vernachlässigt, sondern dass man eben noch etwas zusätzlich zur Subjektivität für die Analyse benutzen kann. Und dieses theoretische Hintergrundwissen braucht man, auch um den literarischen Werken überhaupt gerecht zu werden... naja, so sehe ich das zumindest. Letzten Endes ist es auch eine persönliche Entscheidung, wie man der Literatur entgegentritt. Und eine rein subjektive Analyse hat auch ihre Berechtigung. Ich denke da an die Spontan-Bibelexegese in Südamerika, wo einfach die entsprechende Bibelstelle vorgelesen wird und einfachste Bauern, die selbst weder lesen noch schreiben können, lassen einfach ihren Meinungen freien Lauf. Und die Ergebnisse sind überraschend, ich hab leider bloß keine Quellen mehr dazu...
Sorry für den Sermon.

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